JOHN GREER
JOHN GREER

In diesem monografischen Katalog versuche ich, einen schlüssigen Überblick über eine wichtige Zeitspanne von John Greers Karriere zu geben: 1968 – 1997. Es ist ein Versuch, sein Werk in seiner ganzen Komplexität, als eine geschlossene Werkgruppe zu betrachten. Dabei untersuche ich die logischen Stränge, die einen Konzeptkünstler, der Objekte machte, zu einem Bildhauer werden ließen, der konzeptuelle Werke schafft.

 

Ich habe John Greer als einen sturen, unabhängigen Künstler und Denker kennengelernt, der damals wie heute, mit einem beeindruckenden, absoluten und persönlichen Einsatz arbeitet. In seiner Kunst geht es darum, aus der ihn umgebenden Welt einen Sinn zu machen und das an den Betrachter weiterzugeben.

 

Seine Interessen und die daraus resultierenden Einflüsse auf seine Arbeit sind unzählig und ich spreche nur einige in diesem Katalog an. Er bewundert Künstler wie Duchamp, Man Ray, Klein, Brancusi und Noguchi, blickt aber auch zurück zur prähistorischen Kunst, zu griechischer Skulptur und Pictisher Kunst, um nur einige zu nennen.

 

John Greer war Teil der Konzeptkunst-Bewegung in Kanada und hat sich mittlerweile als namhafter Bildhauer in Kanada etabliert. Er hat eine einzigartige und sehr persönliche Stellung in Bezug auf sein Gesamtwerk errungen.

Während viele interessierte Beobachter meinen, dass sein Werk einen Bruch aufweist, argumentiere ich, dass es tatsächlich keinen solchen Bruch gibt. Seine älteren Werke entwickeln eine Sprache, die er heute benutzt. Seine Skulpturen können nicht vollständig gewürdigt werden, wenn man sich nicht der konzeptuellen Untertöne bewusst ist, der Gebrauch von Bild und der Scharfsinn und Humor, der in seinen frühen Arbeiten zum Vorschein kam und nun zu Anliegen gereift ist, die sich in Skulptur ausdrücken, in Bronze und Stein.

 

Kunst Machen Verständlich Machen ist eine Einleitung, die Greers Denken durch Machen – Ansatz beschreibt. Für ihn muss Kunst, genau wie das Leben, mit den Sinnen erfahren werden. Er erwartet eine verpflichtende Zusage und fordert Körper und Geist heraus, während er uns in die Begegnung mit Kunst hereinzieht – mit dem Ziel unser Leben zu verändern. Leben imitiert Kunst.

 

Ich beende meine Diskussion der Arbeiten mit einem sehr kurzen und offenen Wort von John Greer über den 10 Grad Winkel. Dieses offene Ende macht für mich Sinn, denn es gibt viel neue Arbeiten von ihm in der Welt, die wir heute diskutieren und erfahren können.

 

Vanessa Paschakarnis

Bus Shelter in Halifax with retroActive poster!
Thinking Back to Gertrude and Henrie, 2015
Installation View retroActive with Threshold, 2015; Civilization, 1990/91; PaperMoney, 2012
Wait of Water by John Greer, 2014 Bay of Fundy Detail of Wait of Water, October 9th, 2014; retroActive tied up, tide down, looking back across the bay where the piece was first realized in 1972
National Gallery of Canada : THE PROUST QUESTIONNAIRE
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© John Greer